Meine Dame, sind Sie noch fuckable?

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Worüber ich so nachdenke...

Ich könnte aus der Haut fahren! Dieser Begriff ist so dermaßen blöd, und ich verspreche, dass ich ihn auch nie wieder verwenden werde.

Aber er steht in der Titelzeile für all das, was wir uns gefallen lassen. Vielleicht sogar dafür, in welche Kategorien wir uns einteilen (lassen).

Es geht um den Wert von Frauen, die ein bestimmtes Alter überschritten haben. Das fängt schon an, kurz nach dem eine Frau zum ersten Mal Mutter geworden ist. Sie sollte doch bitte eine „Milf“ sein, eine „Mother I`d like to fuck“. Erstmal tief durchatmen.

Hallo? Ich glaub` es hackt!

Damit wird sowohl das Aussehen beurteilt – ohne sichtbare Folgen der Geburt, aufgebrezelt und sexy – als auch die innere Einstellung. Kaum ist das Kind auf der Welt, geht es wieder nur darum, den Männern zu gefallen. Oder anderen Frauen zu zeigen, dass du eben doch besser bist.

Bist du keine „Milf“, tja, dann tut es uns leid, dann hast du wohl was falsch gemacht. Warst zu faul, hast zu viel gegessen und bist wohl einfach ein pummeliges, doofes Hausmütterchen.

Mädels, Mütter, Omas oder Tanten – seid stolz!

Denn die ♀-Schubladen für jede Altersstufe sind immer geöffnet und ohne ein gesundes Selbstbewusstsein plumpst du rein. Ab Ende 30 zu alt für die Karriere? Mit 40 auf dem absteigenden Ast? Mit 50 ein faltiges altes Weib? Ab 60 sowieso jenseits von Gut und Böse? Nein! Ich habe mit Ende 30 erst so richtig begonnen, Geld zu verdienen und mit Ende 50 einen ziemlich guten Job bekommen.

Viele Frauen achten nur auf ihre scheinbaren Defizite. Kriegen sie ihre Periode nicht mehr, „…war`s das. Jetzt bin ich alt…“ Dabei haben wir jetzt erst jetzt den Grips und die Geduld für weitere Aufgaben, sei es im Beruf oder mit den ersten Enkeln.

Aber es geht darum, selbst zu bestimmen, ob es wirklich Defizite sind – oder einfach nur Veränderungen, die wir sogar nutzen können. Hier nochmal zu meinem Text anlässlich des Weltfrauentags 21.

Und schon gar nicht sollten wir uns auf solche frauenfeindlichen Kategorien einlassen. Denn:

Wo sind die Filfs?**

Bei Männern gibt es scheinbar keine Karrieregrenze, kein Alter, in dem sie nicht mehr Vater werden dürfen und es ist überhaupt kein Thema – weder in der Gesellschaft noch in unserem Umfeld – ob sie ab einem bestimmten Alter nicht mehr f…ble sind. Diese Begriffe gibt es schlicht nicht für sie.

Wir Frauen haben also immer noch in uns, was uns das jahrhundertelange Patriarchat eingepflanzt hat: Das Bedürfnis, zu gefallen, den Männern nichts wegzunehmen oder zu selbstbewusst zu sein und sich beizeiten ins stille Kämmerlein zurückzuziehen.

* Fathers I`d like to fuck
* Ich wurde darauf hingewiesen, dass es sehr wohl Dilfs (Dads I´d like to fuck) gibt... Nun gut, will ich das mal glauben. Der Vollständigkeit halber sei es hier erwähnt :)

Es gibt jedoch Grund zur Hoffunung

Ja, ich will auch nicht immer nur nölen. Unsere Regierung hat sich eine feministische Aussenpolitik auf den neuen Fahnen geschrieben. Das finde ich gut und dringend nötig. Aber so richtig zufrieden wäre ich, wenn es auch eine feministische Innenpolitik gäbe, wenn auch eine Frau mit 50 bewundert wird, weil sie entweder gut in ihrem Job ist oder ihre Kinder zu starken Menschen erzogen hat. Wenn eine junge Mutter sich nicht wegen ihrer veränderten Figur schämt, sondern sie voller Stolz zeigen darf.

Und wenn wir selber unseren Wert erkennen, unsere eigenen Kategorien erschaffen und uns solche Begriffe wie die obenstehenden nicht mehr gefallen lassen.

Mich würde wirklich deine Meinung interessieren. Kennst du das Thema? Oder lässt es dich völlig kalt? Wie gehst du damit um? Schreib mir gerne einen Kommentar dazu 🙂

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