Die Frau in der Schreibkrise

Keine Kommentare
Worüber ich so nachdenke...

Ich hab ne Schreibblockade. Mir fällt nix ein. Es ist zu heiß. Gleichzeitig gibt so viele Themen, dass ich auch schlicht nicht weiß, womit ich anfangen soll. Und außerdem kann ich am besten schreiben, wenn ich so richtig schlecht drauf bin. Und es geht mir einfach zu gut: Schöner Urlaub (Siehe Bild), guter Gatte, lieber Hund.

Mit ein bisschen Glück komme ich aber wegen der Untätigkeit so übel drauf, dass ich dann wieder gut schreiben kann. Ein schöner Kreislauf, oder?

Was ist wirklich wichtig?

Das ist genau die Frage. Es gibt so viel Interessantes zu lesen, zu recherchieren und zu (er)kennen. Die wunderbare Maren Kroymann macht jetzt einen Podcast: https://www.ardaudiothek.de/sendung/war-s-das-mit-maren-kroymann/10640931/Sie spricht darin mit Frauen über das Alter und das Altwerden. Finde ich toll!

Ich will aber nicht nur über mein Alter schreiben oder nur mit Frauen meines Alters sprechen. Ich finde auch spannend, was junge Frauen heutzutage so umtreibt. Oder gaanz alte Ladys wie meine Mutter. Überhaupt: Wie geht es Frauen in unserem Land?

Eine gute Nachricht ist die Ankündigung unseres Justizministers Buschmann, die Gewalt gegen Frauen strenger zu bestrafen: „Wer aus männlichem Besitzdenken Frauen angreift, handelt unserer Werteordnung in besonders eklatanter Weise zuwider.“

Das ist mal ein Wort! Sauber!

Aber es gibt noch andere wichtige Themen: Das Gendern zum Beispiel. Fand ich in Texten erst schwierig, aber inzwischen mag ich den „Binnen-Doppelpunkt“ sogar richtig gern. Hier findest Du ein paar Infos der Bundeszentrale für politische Bildung darüber, wie es die anderen in Europa machen:

Aber ab wann wird das Bemühen, niemanden kränken zu wollen und alle zu berücksichtigen, zum kompletten Unsinn? Ich fürchte, die Grenzen sind da fließend.

Ich sage nur: Layla!

Natürlich ist dieses „Lied“ kultureller Schrott der allerersten Güte. Aber zum einen ist dieses Stück nun wahrlich nicht alleine im Wettbewerb um den dämlichsten Text. Überleg mal selbst, was für sexistischen Kackscheiß die Schlagerindustrie während deiner Lebenszeit schon produziert hat. Und zum anderen: verbieten? Ich glaub, es hackt! (Tief atmen…) Nein! Nein! Nein! Da ist Zensur und hat in einer modernen Demokratie einfach nichts zu suchen. Schließlich wird hier nicht zu einem Mord aufgerufen!

Wie bin ich jetzt darauf gekommen? Ach ja, mein Alltag, meine Interessen, meine Themenideen.

Ich sagte ja schon – es geht mir zu gut.

Dabei genieße ich dieses Gefühl sehr. Dieses Wohlbefinden. Kaum inneres Gezeter, wenig wirklich große Sorgen und die Gewissheit, dass ich das Schlimmste hinter mir habe. So im Werden und Entwickeln zumindest. Also bin ich doch auch wieder beim Alter: Ich werde in diesem Jahr 60. Körperlich kann das hinkommen. Muss also stimmen.

Schon klar: Wer nicht alt wird, stirbt jung.

So wie die Fliegen: Sehen cool aus, sterben aber schon nach Tagen oder Wochen. Darum will ich durchaus älter/alt werden. Denn es ist – bei aller Furcht vor Alterswarzen, Tüddeligkeit oder Gelenkschmerzen – wunderbar, älter zu werden. Für mich fühlt es sich an, als ob ich endlich ankomme in mir.

Ich habe vieles, an das ich mich erinnern kann. Und noch einiges, auf das ich mich freue. Freund:innen, die mit mir alt werden.

Und trotzdem! Bei aller Rührseligkeit über die Vor- und Nachteile des allmählichen Dahinschrumpelns: Ich will mich auch im Alter nicht langweilen und darum schreibe ich weiterhin Texte über, für oder mit Frauen. Auch wenn ich mal eine Blockade habe.

Es kommen auch wieder schlechte Tage

Ja, das hoffe ich: Wenn es draußen kalt, dunkel und usselig ist. Wenn ich eine Sinnkrise habe oder mir noch mehr Haare ausfallen. Dann habe ich wieder flinkere Finger und ein kampflustiges, kreatives Schreiberinnenherz. Bis dahin suche ich weiter Inspiration und sammle Geistesblitze. Bis denne!

Zum Schluss:

Ich habe in diesem Text nichts über den Angriffskrieg in der Ukraine geschrieben. Nichts über die Probleme, die der Klimawandel verursacht. Und auch nichts über den Hunger im Jemen und die furchtbare Situation in Afghanistan, insbesondere für Frauen und Kinder.
Es macht mich fertig, was jeden Tag darüber zu lesen ist. Ich kann das nicht mehr verdrängen oder mir schönreden. Aber ich habe keine Ahnung, was ich darüber schreiben könnte. Ich müsste mit jedem Wort meiner Verzweiflung und meiner Angst Ausdruck verleihen. Und ich bin keine politische Journalistin. Darum maße ich mir nicht an, darüber zu schreiben. Also versuche ich, von hier aus zu helfen. Ich spende. Es gibt verschiedene Organisationen, an die du spenden kannst. Ich liste hier einige auf, von denen ich weiß, dass sie seriös sind:

https://medicamondiale.org/
Das ist eine Kölner Organisation, die international tätig ist, etwa in Afghanistan oder im Irak. Sie hilft z. B. Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden. Hintergrund der Arbeit ist ein feministisches Selbstverständnis.

https://www.aktion-deutschland-hilft.de/
Dies ist ein Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen mit Sitz in Bonn. Da die Organisationen alle unterschiedliche Schwerpunkte haben, kann hier schnell und sehr gezielt geholfen werden.

https://www.asb.de/unsere-angebote/auslandshilfe
Der ASB Deutschland ist eine Mitgliedsorganisation von Aktion Deutschland Hilft. Ich habe lange für den Verband gearbeitet und kenne ihn gut. Das Spendengeld kommt sicher an und die Projekte für Menschen in Not haben Hand und Fuß. Wer möchte, kann auch für Projekte in Deutschland spenden, zum Beispiel für die Opfer der Flut im Juli 2021.

 

Das könnte dich auch noch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü